Der Feind in meinem Kopf - Stresserzeugende Gedanken

Michael Breker • 28. Mai 2022

Wenn uns heutzutage Angst und Panik erfasst, obwohl wir nicht in freier Wildbahn einem gefährlichen Tier gegenüberstehen, dann liegt das an einem Bündel von Risikofaktoren und vielen anderen möglichen Ursachen.

So kann die Veranlagung für eine generalisierte Angststörung vererbt werden. Inzwischen wissen wir zudem, dass übermäßiger Alkoholkonsum und psychoaktive Substanzen wie Cannabis oder Stimulanzien wie Kokain die Attacken begünstigen. Und schließlich spielen Krankheitsereignisse, etwa Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkte, Schlaganfälle, ebenfalls eine Rolle.


Evolutionär betrachtet, ist die Alarm-, Angst-Reak­tion sogar gesund. Sie soll uns auf Gefahren aufmerksam machen und uns – je nachdem, wie wir die Situation einschätzen – zu Flucht und Kampf verhelfen. Die Aufmerksamkeit ist erhöht. Der Körper schüttet das Stresshormon Adrenalin und kurze Zeit später auch noch das Hormon Cortisol aus, stellt die Gefäße eng, pumpt mehr Blut durch die Adern und bereitet die Muskeln darauf vor, dass sie demnächst arbeiten müssen. Der Körper kann mit erhöhtem Puls, schwitzen, Kälte- und Hitze-Attacken reagieren.


Vier Schritte, um mit Angst und Panik umgehen zu lernen:


1. Achtsamkeit einladen, Gedanken, Körperempfindungen und Gefühle einordnen: 

Nimm Dir eine achtsame Auszeit (1-2 Min.) Fokussiere den Atem ohne zu bewerten. Dann versuche zu erkennen, dass Du eine ­­Angst- oder Panikattacke hast, die auch wieder vorbeigeht. 


2. Reale Situation erkennen: 
Bleibe im Achtsamkeits-Modus und stell fest, ob Dein Leben tatsächlich in Gefahr ist.


3. Das Ruder wieder in die Hand nehmen: 
Nachdem Du festgestellt hast, dass Du nicht wirklich in Gefahr bist, kannst Du dich auf die vor dir liegende Aufgabe fokussieren und damit die Angstgedanken hinter Dir lassen.


4. Akzeptiere, dass die Angst ein Teil des Lebens ist:
Die Angst eine wichtige körperliche Reaktion, die jeder Zeit auftauchen kann. Angst entsteht auch in Form von Gedanken im Kopf. Gedanken können Gefühle wie Sorgen und Ängste auslösen. Gedanken sind nur Gedanken und nicht die Realität!


Allgemeines zum Thema Umgang mit Ängsten:


Versuche gesünder zu leben: 

Ein bewusster Lebensstil hilft, die Wahrscheinlichkeit für erneute Angst- und Panikattacken zu senken. Vermeide Substanzen, die Angst und Panik verstärken können – zum Beispiel Nikotin, Koffein und Alkohol. Nimm die Mahlzeiten regelmäßig ein und schlaf ausreichend (6 - 8 Stunden).


Lerne dem eigenen Körper wieder zu vertrauen: 
Schone Dich trotz Angst- und Panik-Symptomen wie Herz- und Pulsrasen nicht. Zum Beispiel kannst Du beim Sport bemerken, dass ein schneller Puls auch durch körperliche Betätigung entsteht und eine normale Reaktion ist. So lernen Du, dem Körper wieder zu vertrauen.


Übernimm die Führung und Verantwortung für Dein Leben: 

  • Versuche, Dich im Alltag nicht von der Angst bestimmen zu lassen. 
  • Stell die positiven Erlebnisse und Gedanken in den Fokus
  • Beginne den Tag mit Achtsamkeit und einem guten Wunsch für Dich
  • Ziehe Dich nicht zurück, und vermeide die Situationen, die Dich beunruhigen nicht.



  • Meditiere täglich mindestens 20 Minuten. Geeignete Meditationen sind:
  • Atemraum mit Freundlichkeit
  • Ein sicherer Ort
  • Ein mitfühlender Gefährte
  • Ein Genussspaziergang
  • Eine Hand auf dem Herzen


Du findest alle Meditation unter:
https://www.achtsamkeits-zentrum.de/gratis-downloads-gefuehrte-meditationen


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Sport gilt als Allheilmittel: Er stärkt den Körper, baut Stress ab und sorgt für gute Laune. Doch wie so oft im Leben gilt auch hier – die Dosis macht das Gift. Für Menschen, die bereits einen stark erhöhten Cortisolspiegel haben, kann intensive körperliche Anstrengung sogar kontraproduktiv wirken. Cortisol – das Stresshormon im Dauereinsatz Cortisol ist unser wichtigstes Stresshormon. Es wird in den Nebennieren produziert und sorgt dafür, dass wir in Gefahrensituationen blitzschnell reagieren können: Herzschlag und Blutdruck steigen, Muskeln werden aktiviert, Energie wird mobilisiert. Das Problem: Viele Menschen leben heute dauerhaft im Stressmodus – Cortisol bleibt chronisch erhöht. Warum intensiver Sport dann nicht hilft Krafttraining, Ausdauersport oder hochintensives Intervalltraining fordern den Körper enorm. Was passiert dabei? Cortisol steigt zusätzlich an: Der Körper interpretiert die Anstrengung wie Stress. Regeneration fällt schwerer: Wer ohnehin kaum zur Ruhe kommt, raubt sich durch hartes Training die letzten Erholungsreserven. Muskeln leiden: Chronisch hohes Cortisol baut Eiweiße ab – trotz Training kann Muskelabbau stattfinden. Immunsystem wird geschwächt: Statt Widerstandskraft aufzubauen, erhöht sich die Anfälligkeit für Infekte. Schlaf leidet: Hohe Abendbelastung kann die Einschlaf- und Durchschlafqualität verschlechtern. Das Ergebnis: Statt sich fitter zu fühlen, geraten Betroffene in einen Kreislauf aus Überlastung, Müdigkeit und Gereiztheit. Welche Bewegung wirklich guttut Das bedeutet nicht, dass Menschen mit hohem Cortisolspiegel auf Sport verzichten sollten – ganz im Gegenteil. Entscheidend ist die Intensität. Förderlich sind Bewegungsarten, die sanft regulieren und den Parasympathikus, also unser Erholungssystem, aktivieren: Spazierengehen in der Natur Yoga oder Yin Yoga Qi Gong oder Tai Chi Ruhiges Schwimmen Lockeres Radfahren Achtsames Körpertraining ohne Leistungsdruck Hier steht nicht die maximale Anstrengung im Vordergrund, sondern das Gefühl von Leichtigkeit, Rhythmus und Entspannung. Fazit: Balance statt Leistungsdruck Sport kann ein wertvoller Schlüssel sein, um Stress zu verarbeiten – aber nur, wenn er den Körper nicht zusätzlich überfordert. Wer merkt, dass er ohnehin unter Daueranspannung steht, profitiert am meisten von achtsamer, sanfter Bewegung. Denn Bewegung darf nicht noch mehr Stress erzeugen – sie darf ein Ort der Erholung sein, an dem Körper, Geist und Seele wieder ins Gleichgewicht finden.
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