Dankbarkeit trotz allem

Michael Breker • 24. August 2025

Was bleibt, wenn es schwer wird – eine Praxis der Würdigung.

Dankbarkeit, Urvertrauen, Achtsamkeit
Es gibt Momente im Leben, in denen uns die Leichtigkeit abhandenkommt. Krankheit, Krisen, Verlust oder Überforderung lassen uns manchmal ratlos zurück. Dankbarkeit scheint in solchen Zeiten weit weg zu sein – fast wie ein Luxusgefühl, das wir uns nicht leisten können.
Und doch: Gerade dann kann Dankbarkeit zu einem stillen Anker werden. Nicht als Pflichtgefühl, sondern als eine zarte Praxis der Würdigung dessen, was trotz allem bleibt.

Wenn Dankbarkeit schwerfällt
Dankbarkeit ist kein Schönreden. Sie ist nicht der Versuch, Schmerz oder Trauer zu verdrängen. Vielmehr lädt sie uns ein, den Blick zu öffnen: neben dem Schweren auch das Kleine, Unscheinbare und Tragende wahrzunehmen.
Ein warmer Sonnenstrahl, das Lächeln eines Menschen, ein tiefer Atemzug – sie sind nicht die Lösung für das, was uns herausfordert, aber sie können Inseln der Kraft sein.

Würdigung statt Vergleich
Oft denken wir, Dankbarkeit müsse groß sein: das große Glück, die perfekte Beziehung, die erfüllte Karriere.
Doch wahre Dankbarkeit zeigt sich in der Würdigung. Sie sagt: „Ich sehe, was da ist. Ich erkenne den Wert auch im Kleinen.“
Es ist ein leises Nicken gegenüber dem Leben – selbst dann, wenn es uns gerade hart begegnet.

Praktische Übungen der Dankbarkeit
Das „Trotzdem“-Tagebuch
Abends drei Dinge notieren, für die ich trotz allem dankbar bin.

Würdigung im Augenblick
Einen Atemzug nehmen und etwas Kleines bewusst anerkennen – den Geschmack von Tee, den Klang eines Vogels, das Gefühl von Erde unter den Füßen.

Dankbarkeit an andere
Jemandem einen kurzen Gruß, eine Nachricht oder ein Lächeln schenken und ausdrücken: „Ich bin froh, dass es dich gibt.“

Dankbarkeit als innere Haltung
Dankbarkeit ist weniger ein Gefühl als eine Haltung. Sie verändert nicht das Außen, aber sie verändert, wie wir dem Außen begegnen.
In der Praxis der Würdigung erinnern wir uns daran: Auch im Dunkeln gibt es Licht. Auch im Schweren gibt es etwas, das trägt.
Dankbarkeit trotz allem ist kein Verdrängen – es ist ein stilles Ja zum Leben, so wie es ist.
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Was ist Doom Scrolling? Der Begriff setzt sich aus doom (Untergang, Katastrophe) und scrolling (durch Inhalte wischen) zusammen. Gemeint ist das zwanghafte Konsumieren von schlechten Nachrichten im Internet oder in sozialen Medien. Statt uns zu informieren, geraten wir in eine Art Strudel: Wir suchen unbewusst nach immer neuen Meldungen, die unsere Ängste füttern. Das Gehirn reagiert dabei wie auf eine Bedrohung – wir bleiben in Alarmbereitschaft, angetrieben von der Hoffnung, „die entscheidende Information“ zu finden, die uns Sicherheit gibt. Was passiert im Gehirn? Amygdala: bewertet die negativen Schlagzeilen als Gefahr und aktiviert Stressreaktionen. Dopamin-System: jede neue Nachricht gibt einen kleinen „Kick“ – ähnlich wie bei Glücksspiel oder Zucker. Präfrontaler Kortex: unser rationaler Teil, der eigentlich stoppen könnte, ist durch den Stress geschwächt. So entsteht ein Teufelskreis aus Anspannung, Angst und Suchtverhalten. Die Folgen von Doom Scrolling Steigende Unruhe und Ängste Schlafprobleme, weil wir noch im Bett scrollen Gefühl der Ohnmacht und Überforderung Weniger Fokus auf positive, nährende Erfahrungen Achtsamkeit als Ausweg Die gute Nachricht: Wir können lernen, uns bewusst aus diesem Strudel zu befreien. Achtsamkeit hilft uns, innezuhalten und die automatische Bewegung des Scrollens zu bemerken. Kleine Praxis-Impulse: Atem-Pause: Lege das Handy bewusst weg, schließe die Augen und folge drei Atemzügen. Spüre, wie dein Körper sich beruhigt. Bewusstes Limit: Setze dir feste Zeiten für Nachrichten – z. B. zweimal am Tag 10 Minuten. Positive Nahrung: Frage dich: „Welche Inhalte nähren mich wirklich?“ Suche gezielt nach Texten, Podcasts oder Videos, die dir Kraft geben. Körper spüren: Wenn du merkst, dass du dich in der Endlosschleife verlierst: Stell die Füße auf den Boden, spüre deine Hände, nimm dich im Raum wahr. Zusammenfassung: Doom Scrolling ist ein sehr menschliches Muster – unser Gehirn sucht nach Sicherheit in unsicheren Zeiten. Doch je mehr wir uns von negativen Schlagzeilen fesseln lassen, desto unruhiger und ängstlicher werden wir. Mit Achtsamkeit können wir lernen, aus dem Strudel auszusteigen und unseren Blick wieder für das Wesentliche zu öffnen: das Leben, das genau jetzt stattfindet.
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